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Freitag, 12. Februar 2016

Marie Kondo - The lifechanging magic of tidying






Ich wurde gebeten, über dieses Buch meine Meinung kund zu tun und das mache ich hiermit (in epischer Breite). Ich hatte es schon öfter bei diversen englischsprachigen Youtubern gesehen und wurde immer neugieriger (gibt es aber auch auf Deutsch). Es ist von einer Japanerin geschrieben und sie erklärt darin ihre spezielle Art aufzuräumen und weiteres Aufräumen zu verhindern. Mittlerweile ist sie in Japan aber auch durchaus im Rest der Welt eine Berühmtheit. Sie veranstaltet Vorträge und man kann sie in Japan als persönlichen Aufräum-Berater buchen. Ihre Kurse und Privatstunden sind auf Monate ausgebucht.

Grundlage ihrer Philosophie ist es, dass man ein Mal aufräumt und dann (nahezu) nie wieder. Und vor allem, dass das Aufräumen eine Art Event ist. Sprich, man zieht es nicht ewig hin (jeden Tag ein Teil ausmisten, oder jeden Tag eine Schublade), sondern sieht es als ein Projekt, das in möglichst überschaubarer Zeit abgeschlossen werden soll. Gerade das „ein Mal und die wieder“ erschien mir gleich von Vornherein etwas … unrealistisch. Sie selbst sagt von sich, dass sie zwei Mal im Jahr für etwa eine Stunde aufräumt. Ich glaube allerdings nicht, dass es für jeden leicht ist, ihren Grad an Perfektion zu erreichen (und ob das überhaupt sein muss).

Bei der gesamten Lektüre sollte man immer im Hinterkopf haben, dass sie aus Japan kommt. Prioritäten, Ordnungskriterien, Vorstellungen wie sich eine Frau zu kleiden hat, Spiritualität (ja, sie ist in dem Buch stark vertreten) sind alle von der japanischen Kultur geprägt und für den ein oder anderen von uns sicher schwer nachvollziehbar.

Tatsächlich macht sie das Ein oder Andere anders, als es bisherige Aufräumbücher/Anleitungen getan haben, die ich kenne. Ihre Methode ist sehr schlicht aufgebaut. Schritt 1: Sortiere alles aus, was keine Freude in dir auslöst. Schritt 2: Räum das Übriggebliebene weg. Klingt ziemlich einfach. Der größte Teil ihres Buches befasst sich mit Schritt 1. Der 2. Schritt nimmt weniger Platz ein und ist auch der, den ich eher in Auswahl beachte. Insgesamt fand ich einige ihrer Tipps sehr gut, andere wiederum finde ich für mich unpassend oder sogar relativ seltsam. Gerade bei den Tipps zur späteren Aufbewahrung der Sachen, passt einiges nur zu dem speziellen Aufbau japanischer Wohnungen und Häuser, und auch zu der Gesellschaft.

Drei Punkte bei ihr finde ich recht irritierend oder nicht für mich geeignet. Generell empfand ich ihre Aussagen teilweise als etwas reißerisch. Zu sehr „setze meine Methode um und all deine Probleme lösen sich in Luft auf“. Ich denke schon, dass ein komplettes Durcharbeiten ihrer Methode einem extrem viel bringen kann, aber ich bezweifle, dass es bei jedem eine derart durchschlagende Wirkung hat. Der zweite Punkt ist der Grad an Spiritualität durch die Sie z.B. Gegenständen vermenschlicht. Ich finde es völlig in Ordnung, seine Besitztümer zu pflegen und sie gut zu behandeln, damit sie lange halten. Ich finde es auch gut, dankbar für diese Dinge zu sein und ihnen Wertschätzung entgegen zu bringen. Aber ich sträube mich eher dagegen, meiner Handtasche jeden Tag dafür zu danken, dass sie mich begleitet. Auch kann ich mir nicht so gut vorstellen, dass beim Falten von Kleidung Energie auf diese übergeht und dafür sorgt, dass sie länger hält. Diese Aspekte ploppen immer wieder im Buch auf, aber ich finde sie nicht besonders störend, da man es ja einfach im Geiste abhaken kann, wenn man damit nicht warm wird. Der dritte Punkt ist, dass sie fast immer vom Wegschmeißen redet. Auch das kann natürlich kulturell bedingt sein (ich weiß es ehrlich gesagt nicht). Es wird nahezu nie darauf hingewiesen, Dinge an soziale Einrichtungen zu geben. Aber vielleicht ist das in Japan nicht üblich. Ich zumindest teile meine Kann-Weg-Haufen immer in „Müll“ und „spenden/verschenken“. Das erleichtert mir die Entscheidung ehrlich gesagt um einiges, da ich ein Weggeben der Dinge viel weniger schlimm finde, als sie in den Müll zu schmeißen.

Wie schon gesagt, nimmt der Teil des Aussortierens mehr Platz ein, weil er auch schwieriger und wichtiger ist. Sie lässt bei den Erklärungen viel von ihrer eigenen Lebensgeschichte einfließen, aber auch immer wieder Berichte über Kunden. (Sie hat schon viele Methoden ausprobiert und es interessant zu erfahren, woran sie letztendlich scheiterten.) Gerade die Art, wie sie an das Ausmisten ran geht, finde ich sehr motivierend. Zuerst soll man überlegen, wofür man das macht. Man soll visualisieren, was es einem bringt, wenn man nur von Dingen umgeben ist, die man mag und alles aufgeräumt ist. Was bewirkt das in einem? Wie anders lebt man dann, als man das vorher getan hat? Wie will man eigentlich leben? Was soll das Mehr an Ordnung und das Weniger an Zeug bewirken? Bei mir ist es z.B. ganz klar, dass es in vieler Hinsicht meine Kreativität fördert. Unordentlichkeit ab einem gewissen Maß blockiert mich. Ich werde kreativ, wenn ich das Material vor mir sehe. Wenn aber alles unsortiert und chaotisch ist und ich nicht einmal weiß, was ich habe, dann fällt mir nix ein. Das fängt bei kreativen Hobbys an, geht über die Auswahl der Kleidung, die ich anziehen will und endet beim Kochen. In großer Unordnung bleibt meine Kreativität stecken. Die brauche ich aber zum Leben. Sie ist mein Motor. Außerdem macht mich große Unordnung und viel „Zeug“ in meinem Besitz träge, so als ob es mich erdrücken würde oder ich es mit mir herumschleppen müsste. Das ist also das, was mich zum Aufräumen motiviert. Dazu kommt natürlich auch noch eine Arbeitsersparnis, durch die ich mich mehr schönen Dingen widmen kann.

Aber ich schweife ab. Zur Ausmistmethode: Man soll nicht nach Raum oder Schrank aussortieren, sondern nach Kategorie. Also alle Klamotten, alle Bücher, alle Schuhe durchgehen. Man trägt alles einer Kategorie auf einem Haufen auf dem Fußboden zusammen und nimmt jedes einzelne Teil in die Hand. Wenn eine Kategorie zu groß ist, kann man sie auch noch mal unterteilen (was ich in den meisten Fälle mache). Wenn man die Sachen in die Hand nimmt, soll man sich fragen, ob sie in einem Freude auslösen. Ob man z.B. ein Kleidungsstück sofort anziehen würde, wenn das Wetter es erlaubt. Meist weiß man tief im Inneren tatsächlich relativ schnell, ob man diesen Gegenstand mag, oder ob man ihn aus anderen Gründen behält. Wenn man sich sträubt, obwohl einem der Gegenstand eigentlich keine Freude bereitet, dann soll man sich fragen, was einen aufhält. Meist ist es eine Verbindung mit der Vergangenheit, der Zukunft oder beidem. Also der Angst, die Vergangenheit zu verlieren (Geschenk von Oma, Mutter, Freund; Mitbringsel aus Urlaub XY; Erinnerung an Studium), oder durch das Wegschmeißen Probleme in der Zukunft zu bekommen („Das könnte ich nochmal….!!!“). Sie gibt in Bezug auf den Entscheidungsprozess noch etliche weitere Hinweise, die jetzt hier den Rahmen sprengen würden. Ich hielt das erst alles für etwas schwierig. Mittlerweile habe ich aber schon ein paar Kategorien durch und muss sagen, dass ich wirklich meistens genau weiß, ob ich diesen Gegenstand auf jeden Fall behalten will (weil er mir Freude macht) oder nicht. Allerdings lasse ich doch etwas Vernunft mit einfließen, weil es einfach Dinge gibt, die man auch ohne dass sie Freude auslösen, einfach behalten muss oder sollte. Bei einigen Dingen bin ich vielleicht auch noch nicht bereit, mich davon zu trennen. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass der Punkt irgendwann kommt.

Beim Aussortieren setzt sie sehr auf Emotionen und will, dass jeder seine eigene Entscheidung darüber trifft, wie viel er wovon wirklich braucht. Das kann bei jedem unterschiedlich sein. Manchmal gibt es beim Thema Aussortieren Dinge, bei denen ich ihr widersprechen würde, aber insgesamt finde ich ihr Vorgehen gut. Z.B. sind ihre Maßstäbe bei der Klamottenauswahl und der späteren Behandlung der Sachen mir teilweise recht fremd. Mich in Bezug auf meine Schlafklamotten um „feminine Bekleidung“ zu bemühen, finde ich z.B. überflüssig. Generell ist es ihr aber wichtig, auch wenn sie von jemandem gebucht wurde, dass die Person die Entscheidung selbst trifft. Und wenn die kaputte Uhr Freude auslöst, dann ist das so.

Der Bereich der Aufbewahrung von Dingen ist für mich schwieriger. Das Grundkonzept finde ich gut, nämlich dass alles einen Platz haben muss, an den es gehört. Sonst kann man ganz sicher nicht verhindern, dass es wieder unordentlich wird. Außerdem gefällt mir, dass man gleiche Dinge möglichst zusammen lagern sollte. Wenn man immer alles lustig über das Haus verteilt, weiß man nicht, wie viel man von dieser Sache hat. Und es macht das Wegräumen leichter, weil man genauer weiß, wo es hin kommt. Das würde ich nicht bei jeder Kategorie so dogmatisch befolgen, aber bei vielen finde ich es durchaus einleuchtend. Ihre Meinung zum Lagern von Kleidung ist recht speziell. Ihr könnt ja mal bei YouTube nach KonMari (so nennt sie ihre gesamte Methode) und folding suchen und euch die Faltanleitungen ansehen. Sie ist der Meinung, dass möglichst viel gefaltet sein sollte. Außerdem faltet sie recht anders, als ich es kenne. Erst habe ich ihre Methode belächelt und die Augen verdreht, als sie meinte, dass man sogar irgendwann mit Begeisterung faltet. Äh, ja. Also ich muss gestehen, dass es mir tatsächlich mittlerweile ziemlich gut gefällt. Ich werde trotzdem sehr viel hängen, weil ich das lieber mag, aber ihre Faltmethode hat mich im Nachhinein etwas süchtig gemacht.

Ihre Art, Papierkram abzulegen, ist allerdings eine Katastrophe (gut, vielleicht spielt mein Job da auch ein bisschen rein). Wenn ich mir angucke, was für einen Berg an Versicherungs-, Bank- und sonstige Unterlagen wir haben, würden wir jedes Mal Stunden brauchen, um da was wieder zu finden. Sieh geht davon aus, dass man solche Unterlagen zwar hat, aber im Grunde nie benutzt. Ich denke, dass es in Deutschland einfach etwas anders zugeht, als ich Japan. Ich zumindest mache ne Steuererklärung, und dafür brauche ich den Mist immer und immer wieder. Auch die Menge scheint da sehr auseinander zu gehen. Sie spricht von einem Ordner. Wir haben zusammen etwa 8. Und ich miste regelmäßig aus, was nicht mehr aufgehoben werden muss.

Zum Schluss des Buches geht sie noch auf die Psychologie dahinter ein und welche Veränderungen sie bei ihren Kunden bemerkt hat (äußerlich und psychisch). Einiges davon kann ich mir gut vorstellen, anderes wiederum geht mir zu weit (dass die Energie eines weggeworfenen Gegenstands in Form eines anderen Gegenstands zu uns zurück kommt, um uns so Freude zu bereiten z.B.).

Meine Meinung:
Ich bereue den Kauf nicht. Ich finde die Grundidee zwar wenig überraschend, ihre Herangehensweisen und „Regeln“ aber motivierend und erfrischend anders. Ich werde umsetzen, was mich anspricht und den Rest ignorieren. Mal schauen, wie viel ich dann wirklich hin bekomme. Leider tendiere ich dazu, solche Dinge dann doch wieder ewig hin zu ziehen und die Lust zu verlieren. Genau darum sagt sie ja, dass man es kompakt halten soll. Im Moment hat es in mir aber eine Art Ausmistwahn freigesetzt, der mir viel Spaß macht. Ich hoffe, der hält an, bis ich mit allem durch bin.

Montag, 13. Oktober 2014

Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman (The Life List)



Auch wenn ich dieses Buch für meine Verhältnisse recht schnell durch gelesen habe, kann ich nicht mit völliger Überzeugung sagen, dass ich es gut fand. Aber kommen wir erstmal zum Inhalt:

Protagonistin ist die 34jährige Brett Bohlinger, die von außen betrachtet ein recht gutes Leben führt. Allerdings beginnt das Buch mit dem Tod ihrer Mutter, die ihr sehr nahe stand und ein großes Loch in Bretts Leben reißt. Und wider erwarten hinterlässt sie Brett nicht einfach einen Teil des Vermögens (ihre Mutter ist eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau), sondern eine To-Do-Liste, die Bretts Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Ich möchte in der Hinsicht nicht zu viel verraten, da ich es sehr angenehm fand, von den Vorhängen am Anfang überrascht zu werden.


Das Buch dreht sich um Lebensträume und wie sie im Laufe der Zeit verblassen, oder von anderen Prioritäten im Leben abgelöst werden, die teilweise mehr der Vernunft und weniger den echten eigenen Wünschen entspringen. Es geht auch darum, sich Dinge schön zu reden, weil man sie für gut hält, auch wenn sie sich, wenn man ehrlich ist, nicht gut anfühlen. Dieses Thema wird nicht nur bei der Protagonistin aufgenommen, sondern auch bei anderen Figuren. Es dreht sich um Entscheidungen und die Kunst, sein Leben nach den eigenen Überzeugungen zu gestalten, auch wenn man auf Probleme stößt, oder andere den Lebensweg für falsch halten. Generell fand ich dieses Grundthema sehr interessant und auch der Schreibstil (sofern man das bei einer Übersetzung bewerten kann), war angenehm. Die Handlung ist, bis auf eine Wendung, halbwegs realistisch. Was mich allerdings im Laufe des Buches gestört hat, ist die Menge an Dramatik, die immer mehr zunimmt. Es war ein bisschen so, als hätte man einen Charakter, der ein armer Obdachloser ist, sich dann als Genie heraus stellt, dessen Eltern sich dann als berühmte Persönlichkeiten entpuppen und er nur durch einen bösen Fehler im Krankenhaus irgendwie verloren ging. Er rettet dann seinem Vater das Leben (wodurch er ihn überhaupt kennen lernt) und trifft dabei auf die Liebe seine Lebens, die sich als die verschollene Jugendliebe herausstellt, die er verlassen musste, weil er wegen [hier damatischen Grund einfügen] glaubte, ihr durch seine Liebe zu schaden. Oder so ähnlich. Alle Ereignisse in diesem Buch fand ich für sich genommen völlig in Ordnung, aber sie erreichten irgendwann so eine Masse, dass es mir etwas viel wurde. Ich bin aber auch kein Freund von Soaps oder ähnlichem. Vielleicht liegt es daran.


Also wer es romantisch mag und kein Problem mit Dramatikanhäufungen und amerikanischem „Du-kannst-alles-schaffen-wenn-du-es-nur-wirklich-willst“ hat, für den ist das Buch durchaus empfehlenswert. Es ist spannend und hat meiner Ansicht nach keine größeren Längen. Die Protagonistin empfand ich in ihrer Unsicherheit manchmal als nervig, aber das lag glaube ich allein daran, dass ich mich in ihr wieder erkannte. Und wer mag es schon, einen Spiegel vorgehalten zu kriegen?

Dienstag, 22. Juli 2014

Neues Kochbuch: Family kitchen cookbook von Caroline Bretherton

Ich habe mir vor kurzem ein neues Kochbuch gekauft. Es war ein Fund bei TK-Maxx und ich dachte mir, es könnte ganz nett sein. Hat nur 13 € gekostet (ursprünglich wohl 30). Als ich es dann allerdings zu Hause durch geblättert habe, war ich begeistert. Viele alltagstaugliche, einfache Rezepte und auch einige aufwändigere für besondere Tage. Zuerst dachte ich, dass das Kapitel für Babys und Kleinkinder eher unspannend für mich ist, aber weit gefehlt. Die Rezepte sind zwar sehr simpel, klingen aber total lecker. Sicher praktisch für ein schnelles Essen im Büro. Und der ein oder andere Brei könnte sicher auch eine Reispfanne aufpeppen oder als etwas andere Nudelsoße dienen. Die einzelnen Kapitel sind sehr spannend und es gibt immer wieder zwischendurch Tipps und Hinweise, z.B. wie man mit schwierigen Essern umgeht. Was ich auch sehr praktisch finde, ist das "freeze"-Symbol bei den Gerichten, die sich gut einfrieren lassen.

Hier ein paar Eindrücke:




















 



Dienstag, 3. Juni 2014

Der böse Ort von Ben Aaronovitch


Dies ist der vierte Teil der Reihe über den Zauberer Peter Grant, der bei der Londoner Polizei arbeitet und die Fälle bearbeitet, die etwas ... anders sind. Ich muss sagen, dass ich diesen Band am schwächsten von allen fand. Er lässt am Ende vieles offen und plätscherte ein wenig dahin. Es gab zwar auch einige schnellere Szenen und interessante Wendungen, aber insgesamt wirkte die Handlung etwas behäbig. Mir hat es trotzdem gefallen, aber die anderen waren definitiv besser. Sehr interessant war auch hier wieder, dass man einiges über London und seine Umgebung lernt, wobei am Ende auch erklärt wird, welche Schauplätze und Fakten in der Geschichte erfunden waren und was sich im Fall von Gebäuden dort in der Realität befindet. Ich glaube, ich bin einfach von den letzten Büchern eine sprunghaftere Handlung und mehr Chaos gewöhnt (was von vielen an den letzten Büchern kritisiert wird). Diese Geschichte war gradliniger und der Protagonist machte weniger jugendlichen Unfug. Eigentlich ja positive Entwicklungen, aber es ist ungewohnt. So oder so kann ich das Buch aber durchaus empfehlen. Ich würde die Bücher aber in jedem Fall der Reihe nach lesen, da nicht in jedem Band erklärt wird, was es womit auf sich hat. Außerdem gibt es mittlerweile auch einige Dinge, die sich durch ein oder mehrere Bände ziehen. Bei diesem ist mir das besonders stark aufgefallen und ich hatte selbst Probleme, die genannten Personen aus den vorigen Büchern zuzuordnen. Kann mir einfach keine Namen merken.

Samstag, 12. Oktober 2013

Das Fahrrad und die Wand: zwei Buchvorstellungen



Dieses Buch ist mir in einem Laden in Garmisch über den Weg gelaufen. Da ich sehr gerne Rad fahre, konnte ich mich mit dem Titel durchaus identifizieren, auch wenn mich zum Glück noch nie eine Autotür erwischt hat. Koeniger (der übirgens Kabarettist ist) beschreibt damit sein Leben in 12 Fahrrädern. Gerade zu Beginn des Buches musste ich sehr viel lachen, was mit der Zeit aber weniger wurde. Das empfand ich jedoch nicht als negativ. Seine Erlebnisse sind sehr interessant, teilweise skurril und oft ziemlich lustig. Einen gewissen Faible sollte man dem Fahrrad gegenüber haben, sonst ist es sicher schwerer, sich in das Buch hinein zu denken. Da ich zwar Fahrrad fahre, mich aber wenig mit Marken und Technik beschäftigt habe, verstehe ich das Ein oder Andere in seinen Erzählungen nicht. Ist aber nicht weiter schlimm. Ein sehr kurzweiliges Buch.

Und wo ich schon gerade dabei bin, möchte ich noch ein weiteres seiner Werke vorstellen, das zeitlich vor diesem hier liegt. Ich habe es erst zu 2/3 durch, aber ich denke, dass ich mir schon ein Urteil erlauben darf.



Neben seiner Leidenschaft fürs Rad fahren, liebt er das Klettern. Auch wieder ein Thema, das mir liegt, obwohl ich persönlich mehr zum Fahrrad tendiere. Er beginnt bei seinen ersten Kletterversuchen und beschreibt im Weiteren zahlreiche interessante und lustige Erlebnisse rund um die Wand. Von seiner ersten Alpenvereinssitzung, einer Kletter-Aktion als Atomgegner und von verschiedenen Kletterausflügen. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Top-10-Listen (z.B. Worte, die man nicht von seinem Sicherungspartner hören will, wenn man gerade in der Wand ist), Tipps (z.B. wie kriege ich in einem Matrazenlager auf der Hütte trotzdem Schlaf?), Eigenarten des Kletterns (z.B. "Der gemeine Knoten" oder "Kletterertypologie") und man erfährt dazu noch einiges über Klettergebiete und Kletterarten (z.B. Eisklettern). Ich könnte mir vorstellen, dass auch erfahrenere Kletterer ihren Spaß haben. Sie lernen zwar nicht viel Neues dazu, werden aber sicher an der ein oder anderen Stelle wissend nicken. Einen Kritikpunkt hätte ich jedoch, was die Lektüre manchmal etwas anstrengend machte. Er schmeißt teilweise so wild mit Wortspielen und ähnlichem um sich, dass es hin und wieder zu viel wird. Generell ist dieses Buch deutlich übertriebener als sein Zweites. Das hindert mich nicht am weiter lesen, lässt mich aber manchmal doch die Augen verdrehen. Trotzdem würde ich das Buch empfehlen, da es kurzweilig bleibt und immer wieder für etliche Lacher gut ist.

Donnerstag, 15. September 2011

Das Tuschezeichen von Amy Tan

Und wieder mal habe ich ein Buch von Amy Tan gelesen. Immer wieder schön. Dieses handelt, wie soll es anders sein, von Familiengeschichten. Eine Frau, Ruth, Vater Amerikaner und Mutter Chinesin, hat viele Sorgen mit ihrer Mutter, die mit der Zeit immer wunderlicher wird. Je mehr Ruth sich mit ihr beschäftigt, sich um sie kümmert, desto näher kommt sie deren Lebensgeschichte, die einen Großteil des Buchs ausmacht. Denn einige scheinbare Verwirrungen ihrer Mutter stellen sich als die Wahrheit heraus. Die Geschichte um die Geschichte der Mutter herum finde ich ganz ok, aber stellenweise etwas anstrengend. Die Lebensgeschichte selber ist sehr interessant und spannend. Ist meines Erachtens nicht ihr bestes Buch, aber trotzdem sehr lesenswert. Man erfährt viel über die traditionelle Herstellung von Tusche und über das Leben in China zu Beginn des letzten Jahrhunderts.

Dienstag, 16. August 2011

Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown von Anne Helene Bubenzer


Es war klein und es versprach eine angenehme Lektüre für den Urlaub zu sein. Ach ja, und der Protagonist ist ein Teddybär, was für mich auch ein wichtiges Auswahlkriterium war. Das Buch erzählt die Lebensgeschichte eines Bären von seiner Geburt 1921 bis zu seinem Altersdomizil über alle Hände, durch die er gegangen ist. Die Geschichte ist bei weitem nicht so leicht, wie ich geglaubt habe. Ganz im Gegenteil. Er erlebt durchaus sehr unangenehme Dinge, wie z.B. den zweiten Weltkrieg, Krankheit und Familienabgründe. Ich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, auch wenn die Autorin dazu neigte, eine etwas einheitliche Kapitelstruktur zu haben. Aber das fiel mir im Grunde erst mit der Zeit negativ auf, als es sich sehr arg zu wiederholen begann. Mir vermieste das aber nicht das Lesevergnügen. Insgesamt ein kurzweiliges und sehr schönes Buch, nach dem man den eigenen Teddybär (sofern man einen hat) nie wieder mit den gleichen Augen sehen wird.

Samstag, 18. Juni 2011

Tausend kleine Schritte


Tausend kleine Schritte von Toni Jordan


Grace zählt. Schritte, Mohnkörner, Bissen, Tische, Hähnchenkeulen, Stunden und Zahnbürstenborsten. Und eigentlich ist sie damit recht zufrieden. Bis Samuel, der (Halb)Ire, auftaucht, und ihren Tagesablauf völlig auf den Kopf stellt. Er hält sich nicht an die Tageszeiten. Er tut was ihm gefällt und wann es ihm gefällt. Das Buch beschreibt die Tausend kleinen Schritte, die jeder machen muss, um den anderen zu treffen. Es hat mich sehr beeindruckt aber auch erschreckt. Beeindruckend fand ich die Stärke der beiden Charaktere, erschreckend die Tatsache, wie nah ich mich Grace fühlte und wie sehr ich ihre Gedanken nachvollziehen konnte. Einiges in diesem Buch musste ich erst akzeptieren lernen, weil es nicht in mein Weltbild, mein Meinungsbild passt. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, finde ich es gut so und im Grunde besser und natürlicher als alles, was ich mir Gewünscht hatte. Ich werde mir ein Beispiel daran nehmen.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Gut gegen Nordwind


Nun habe ich auch dieses durch. Ich hatte es mir am Bahnhof gekauft, weil ich schon so viel Gutes davon gehört habe. Allerdings musste ich feststellen, dass mein Geschmack wohl nicht dem der breiten Masse entspricht, denn ich war nicht sonderlich angetan. Die Idee war toll, und die erste Hälfte fand ich auch durchaus gut. Aber ab der Mitte musste ich mich doch arg durchquälen. Ich habe die Dramatik zwar verstanden, aber ich bin kein großer Freund derartiger Dramatik. Das soll aber nicht heißen, dass das Buch nicht lesenswert wäre. Wer komplizierte Liebesgeschichten und Liebesdramen mag, ist hier genau richtig. Der wird das Buch sicher mögen.

Sie schreibt eine Email, landet aber leider beim Falschen. Der klärt sie über den Irrtum auf, doch zu Silvester kriegt sie ihn wieder in ihren Verteiler. Der Anfang eines Emaildialogs. Aber irgendwann wird es zu einer Sucht. Sie können nicht mehr ohneeinander, was natürlich bei ihr etwas mit ihrem Mann und den zwei Kindern kollidiert. Das Ende des Buches macht die Sache dann auch nicht besser. Ja, ich mag es halt nicht. Auch dieses hätte ich im Angebot und würde es einem Interessenten für nix zusenden.



Freitag, 2. Juli 2010

How to be good


Ich habe es endlich durch. Auch wenn ich während des Lesens gejammert habe, wie krank das Buch doch sei und wie unsympathisch die Charaktere, kann ich jetzt im Nachhinein nicht wirklich sagen, ob ich es gut oder schlecht fand. Ich kann noch nicht einmal sagen, worum es wirklich geht. Naja, ein wenig schon. Es geht um den Titel: How to be good. Was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein? Was sind die Grenzen der Nächstenliebe? Der Aufopferung für andere? Es geht um eine durchschnittliche Familie in London. Vater, Mutter und zwei Kinder. Und diese werden mit der Frage konfrontiert, was einen guten Menschen ausmacht. Die Art und Weise, wie diese Frage auf sie zu kommt, ist etwas schräg. Das gebe ich zu. Aber es macht einen schon sehr nachdenklich. Wenn ich ein Zimmer in meinem Haus völlig unbenutzt lasse, während Menschen auf der Straße erfrieren, muss ich mich dafür schämen? Sollte ich einen Wildfremden in mein Haus einladen? Habe ich die Verpflichtung zu helfen, wenn ich die Möglichkeit habe? Sollte ich Teile meines materiellen Besitzes an Bedürftige abgeben, die weniger oder gar nichts haben? Auch Dinge, die ich selber noch behalten will, die ich aber mehrfach habe (Computer, Schuhe, Kleidung)? Auch wenn ich die Protagonistin schrecklich fand, so konnte ich doch ihr Dilemma verstehen. Sie ist Ärztin und meint eigentlich von sich, ein guter Mensch zu sein. Doch dann mutiert ihr Mann zum absoluten Wohltäter. Er vermittelt die freien Zimmer der Nachbarschaft an Obdachlose. Er ist verständnisvoll. Er regt sich nicht mehr auf. Er gibt einem Bettler 80 Pfund. Er wird zu einem naiven aber doch irgendwie bewundernswerten Weltverbesserer. Und man versteht ihre Argumente. Man versteht ihren Ärger über seine Aktionen und die völlige Hilflosigkeit. Denn im Grunde ist das was er tut sehr vorbildlich. Aber alles sträubte sich in mir. Und ich fragte mich, ob ich wirklich so gut sein will. Ob ich bereit wäre, für andere so viele Unannehmlichkeiten auf mich zu nehmen. Und die Protagonistin fragt sich das auch. Sie fühlt sich nehmen ihm wie der letzte Egoist und ich konnte nicht sagen, ob sie das wirklich ist. Sie versucht gehen ihn zu argumentieren, doch sie findet keine Argumente, weil er im Grunde nur Gutes tut. Aber ich spürte den Drang auch. Ich hätte ihn gerne gepackt und geschüttelt, doch ich weiß nicht genau warum. Es ist ein haarsträubendes Buch, wenn man länger darüber nachdenkt. Und mich hat es viel zum nachdenken gebracht. Man weiß nicht mehr, was eigentlich gut und richtig ist und was übertrieben. Von daher würde ich das Buch durchaus weiter empfehlen, wenn man sich mal näher mit solchen Dingen auseinander setzen will. Es ist sehr schräg, aber sehr interessant.

Wer das Buch gerne haben möchte, kann sich bei mir melden. Ist eine Taschenbuchausgabe mit einem Mängelexemplar-Stempel am unteren Buchschnitt. Aber ansonsten ist es gut in Schuss. Kostenlos abzugeben. Ich würde es sonst zu Oxfam bringen. :ugly:

Donnerstag, 25. März 2010

Leseflaute

Ich habe gerade sehr großen Spaß am Lesen (ist leider nicht immer so), aber ich finde kein Buch, das mir gefällt. Also die, die ich anfange, gefallen mir schon, nur sind sie gerade nicht das Richtige. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich vor ein paar Tagen Das Kartengeheimnis von Jostein Gaarder zu Ende gebracht habe und alles andere daneben irgendwie fad und oberflächlich wirkt. Leider weiß ich aber auch gar nicht, in welche Richtung es in etwa geht. Gerade habe ich Das Echo von Minette Walters angefangen, penne aber fast darüber ein. Naja, gestern bin ich über einem anderen Buch eingepennt, aber so generell meine ich. Zum Glück war da ein lieber Mensch, der das Buch von meinem Bauch rettete und das Licht aus machte. Das Buch ist aber sehr interessant, nur ich war auch sehr müde. Ich könnte ja einfach in die Bücherei gehen, aber eigentlich habe ich noch so viele Bücher, die ungelesen im Regal stehen. Da wäre Die Bibel nach Biff was sich echt pfiffig anhört, ich mich aber zum Lesen noch nicht aufraffen konnte. Was haben wir noch? Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Die Entdeckung der Langsamkeit. Gut gegen Nordwind. Urlaub mit Papa, welches nervöse Zuckungen in mir auslöst. Also, es ist nicht schlecht, aber der Vadder ist einfach unerträglich. Hm, vielleicht was von Moers. Ist immer gut. Hab noch Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär als Hörbuch. Aber ich will ja was lesen und nicht hören. Die Frau des Feuergottes ist so übel, dass ich da im Moment nicht weiter lesen kann. Also übel im Sinne von heftig. Kriege davon depressive Verstimmungen. Die Rote Zora steht auch noch auf der Liste. Hat jemand ein liebstes "Das muss man gelesen haben"-Buch, welches er mir empfehlen kann? Ich lese alles bis auf Science Fiction und allzu heftige Thriller. Von Cupido habe ich schlecht geträumt.

Samstag, 27. Februar 2010

Haarige Dinge




An alle mit Locken, Wellen oder sonstigen Haarbewegungen. Kauft euch das Buch „Curly Girl“. Gibt es für kleines Geld. Ich habe 15 Jahre, mehrere Krisen, unendlich viele Badhairdays und ein Vermögen an Stylingprodukten gebraucht und trotzdem nicht die optimale Behandlung für meine oft störrischen Locken gefunden. Das hat sich jetzt weitestgehend geändert, als ich das oben abgebildete Buch gekauft habe. Gut, die Frau macht aus Locken eine Religion, aber wenn man darüber großzügig hinweg liest, ist dieses Buch wirklich hilfreich. Ich brauche nur noch einen Bruchteil an Stylingzeug, dafür aber ein klein wenig mehr Zeit. Die investiere ich aber gerne, wenn ich dafür auch ein gutes Ergebnis für den Aufwand bekomme. Sonst war es eher so, dass ich viel getan, geschmiert und geknetet habe, letztendlich aber doch wieder aussah, als hätte ich in die Steckdose gefasst. Einzig an den Produkten, die ich verwende, möchte ich noch arbeiten. Basis sind laut ihrem Buch nur zwei Dinge. Spülung und Haargel. Mit dem Haargel bin ich ganz zufrieden. Biozeug von DM. Nur eine Spülung werde ich mir wohl noch selber basteln. Aber das kommt später. Ja, Shampoo gibt es nicht mehr. Sie schreibt, dass die üblichen Shampoos sehr aggressive Reinigungsstoffe enthalten, die einfach nicht nötig sind. Spülungen enthalten auch reinigende Substanzen, die völlig ausreichen. Zumindest bei meinen Haaren, aber das muss jeder für sich selber austesten. Ich bin mehr als zufrieden mit dieser Methode, auch wenn es eine Umstellung ist, die Haare jeden Morgen zu waschen.

Freitag, 16. Oktober 2009

Bistro Büro




Habe in der Bücherei dieses Kochbuch fürs Büro gefunden und kann es nur jedem empfehlen, der mittags nicht auswärts isst und neue Ideen braucht. Es sind einige kalte Rezepte drin, aber ich muss sagen, dass meine Favoriten eher aus dem warmen Bereich stammen. Man sollte also ne Mikrowelle und möglichst auch einen Kühlschrank haben. Gestern gab es bei mir Heringssalat mit Kartoffeln. Extrem lecker! Bei allen Gerichten ist angegeben, wie lange man zu Hause vorbereiten muss, wie lange der Rest im Büro dauert und welche Behälter und Geräte man braucht. Alle Gerichte sind für eine Person gedacht, was sie auch für zu Hause interessant macht, wenn man für sich alleine kocht. Und teuer ist es auch nicht.

Montag, 14. September 2009

Lizenz zum Essen - Gunter Frank

Ich habe das Buch noch nicht durch, möchte es aber trotzdem schon einmal weiter empfehlen. Es ist kein wirklicher Abnehm- oder Diätratgeber, sondern behandelt eher Ernährungsgewohnheiten, Ernährungsempfehlungen und allgemeine Ernährungsfragen. Dr. Frank widerspricht einfach mal den gängigen Meinungen über richtige und gesunde Ernährung. Oder sagen wir: der von der Mehrheit übernommenen Meinung der DGE über richtige und gesunde Ernährung. Ich muss zugeben, er neigt zu extremen Ansichten und ich glaube nicht alles blind, was er so von sich gibt. Einiges wage ich auch zu bezweifeln. Aber seine Begründungen und Argumente klingen erschreckend einleuchtend. Dazu kommt noch, dass sie zu einem großen Teil mit meinen persönlichen Erfahrungen übereinstimmen. Ich habe es nämlich aufgegeben, Ernährungsratgebern oder sonstigen Büchern zu folgen, sondern bin dazu übergegangen - Asche auf meine Tomaten! – meinen Körper zu fragen, was ihm gut tut. Ja, ich weiß, ein sehr neuer und revolutionärer Ansatz, aber ich dachte mir, dass ich anders nun mal nicht weiter komme. Denn die liebe DGE kann sagen was sie will. Ich vertrage kein Vollkorn. Zumindest nicht in den Mengen, wie sie es vorschreibt. Mal hin und wieder ja, weil ich es auch einfach lecker finde, aber wenn ich alles nur noch in der Vollkornvariante esse, kann ich meine Verdauung beerdigen. Diese Feststellung wurde von Dr. Frank bestätigt. Genauso ist es mit Rohkost. Tut mir Leid, aber mir liegt ein Rohkostteller wie Blei in der Verdauung. In meiner gesamten Ärzteodyssee gab es nur eine Frau, die wirklich erkannte, was ich brauche, weil sie auf Erfahrung setzte und nicht auf offizielle Pauschalempfehlungen. Sie ist Ayurveda-Ärztin und hat mir für die erste Zeit meiner Diät Vollkornprodukte und ungegartes Obst und Gemüse verboten. Obst im Allgemeinen sollte ich eher in Maßen essen. Dazu kam noch viel Fett. Jeder Ökotrophologe hätte sie einweisen lassen. Leider schaffe ich es nicht immer, nach meinen Erkenntnissen zu essen, denn viele davon sind nicht wirklich gesellschaftskonform (viele sehr kleine Mahlzeiten, was Essengehen praktisch unmöglich macht). Dazu kommt aber auch, dass ich mich dem Einfluss der Ernährungsempfehlungen nicht völlig entziehen kann. Wer immer gelernt hat, dass Fett des Teufels ist, Vollkorn das einzig Seligmachende und der BMI die Richtschnur aller Bemühungen, der kann sich nur sehr schnell davon lösen. Unabhängig von alledem ist es auf jeden Fall ein sehr erfischendes Buch mit einer großen Portion beißendem Humor.

Montag, 5. Januar 2009

Tan, Amy: Töchter des Himmels


Dies ist ein ganz wundervolles Buch, das ich jedem wärmstens empfehlen möchte. Zwar hatte ich zeitweise Probleme, alle Personen richtig zuzuordnen, aber ich will zu meiner Verteidigung sagen, daß ich es als Einschlaflektüre gelesen habe. Da bin ich nicht mehr ganz so aufnahmefähig.

Die Rahmenhandlung spielt in San Francisco und handelt von einer Gruppe Chinesinnen. Im Laufe des Buches werden ihre Lebensgeschichten erzählt, jedoch nicht kontinuierlich, sondern immer wieder im Wechsel, was es mir teilweise etwas schwer gemacht hat. Namen *fuchtel*. Trotzdem war die Geschichte sehr spannend, was wohl auch daran lag, daß es viele Parallelen zu Amy Tans Familie gibt. Man bekommt interessante Einblicke in die Chinesische Lebensart, die mir oftmals sehr fremd, aber dann auch wieder sehr bekannt vorkam.

Freitag, 21. November 2008

Es weihnachtet sehr

Irgendwie hat mich dieses Jahr das Weihnachtsfieber ziemlich früh gepackt, wogegen es letztes Jahr doch sehr auf sich warten ließ. Ich will am Liebsten jetzt schon anfangen Kekse und Lebkuchen zu backen, meine Wohnung zu schmücken, bei Tee und Kerzenschein Weihnachtslieder zu hören, Weihnachtslieder zu singen (Äh, Moment. Das mache ich schon. Habe meine Gesangslehrerin bereits angesteckt Fröhlich), Menschen zu beschenken und im Weihnachtsgeheimnis zu lesen. Letzteres lese ich jedes Jahr aufs neue und kann es nur jedem wärmstens empfehlen:

Ich mag einfach die Stimmung dieser Zeit, auch wenn ich mich arg werde bemühen müssen, um nicht den Dezember durch zu rennen. Weil, was hat man von Ruhe und Besinnlichkeit, wenn man wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegen läuft? Meine Lieblingsbeschäftigung übrigens. Booaaak… lassen wir das.