Auch dieses Jahr konnte ich nicht an mich halten und habe Tim einen Adventskalender gebastelt. Schon in den letzten Jahren ist mir bei der Ideen-Recherche im Internet aufgefallen, wie komisch einige darauf reagieren. Von vielen kommt ein "Wie albern ist das denn? Mein Freund/Mann ist erwachsen! Der würde mich für verrückt erklären, wenn ich ihm mit so einem Kinderkram käme usw". Also ich muss sagen, dass mein erster Gedanke war "Hilfe, so erwachsen möchte ich nie werden!" Ich finde es völlig in Ordnung, wenn das jemand für sich doof fände und nicht machen möchte. Ist doch vollkommen in Ordnung. Aber es ist mir immer wieder unbegreiflich, warum man anderen nicht einfach ihren Spaß lassen kann. Gut, werde ich wahrscheinlich auch nie verstehen. Aber ich schweife vom Thema ab. Also ich habe ihm nun schon wieder einen gebastelt, obwohl ich dieses Jahr mal ne Pause machen wollte. Hat nicht geklappt. Irgendwann Ende September kam mir die Idee. Es war eher so, dass ich mich mit bestimmten Dingen gerne näher beschäftigen wollte und das in Form eines Adventskalenders ausgelebt habe. Er ist kostengünstig aber seeehr arbeitsintensiv. Es ist ein (weitgehend) digitaler Adventskalender. Ein normaler Kalender (das Bild hatte ich schon bei meiner Weihnachtsdeko gezeigt) mit einer kleinen Süßigkeit und einem Rätsel in jedem Säckchen. Das Lösungswort des Rätsels ist dann das Passwort für den Tag im digitalen Kalender. Dort gibt es jeden Tag einen Link, ein Bild (nicht selbst gemacht) und ein selbst gemachtes Video. Letzteres war das, womit ich mich näher beschäftigen wollte. Die Idee kam mir durch die ganzen Video-Blogs, die ich total gerne mag. Ist aber gar nicht so einfach, 24 Videos für jemanden aufzunehmen, der einen gut kennt. Da kann man nicht viel über den Alltag oder ähnliches erzählen. Aber letztendlich habe ich es geschafft. Naja, nicht ganz. Es sind einige Lückenfüller dazwischen, wo ich einfach nur ein Video aus dem Internet eingebettet habe, was mir gut gefallen hat. Ziemlich früh merkte ich auch, dass ich das Ganze eigentlich nicht, wie erst beschlossen, in einem privaten Blog im Internet machen wollte. Es wäre zwar nur für ihn sichtbar, aber die Videos alle irgendwo hoch zu laden war mir dann doch etwas komisch. Auch wenn es kein öffentlicher Bereich wie Youtube wäre. Darum kam mir der zweite arbeitsintensive Gedanke: Ich baue eine Website für ihn. Offline. So kam es also dazu, dass ich Html und CSS gelernt habe. Grob. Sehr oberflächlich. Aber ausreichend. Hat großen Spaß gemacht. Nu hat das Teil auf der Startseite 24 "Türchen". Beim draufklicken gibt es bei jedem die schon erwähnte Passwortabfrage. Ich muss nicht weiter erwähnen, dass er auch einfach auf die Dateien direkt zugreifen könnte oder die Passwörter aus den entsprechenden Dateien auslesen könnte. Aber das habe ich ihm untersagt (/autoritär). Bisher kam das Ganze sehr gut an. Es gab am Nikolaustag noch ein kleines Schmankerl (nein, ich habe WIRKLICH keine Arbeit gescheut): einen eigens erstellten Geocache. Einen Multicache um genau zu sein. Er ist nicht gerade eine Ausgeburt an Kreativität und der Final ist total öde, aber immerhin. Ist schließlich mein Erster. Das Nikolauspräsent habe ich dann aber doch lieber nicht draußen versteckt. Das war mir etwas gruselig. Da aber leider an Nikolaus das Wetter so bescheiden war, haben wir den Cache noch nicht gemacht. Läuft ja nicht weg.
Was mir wirklich Probleme bereitet hat, war das Rendern der Videos. Bei dem Schnittprogramm gab es gefühlt 100 Formatmöglichkeiten und mindestens 10 Mal so viele Einstellmöglichkeiten wenn man sich für ein Format entschieden hatte. Leider war das Endergebnis nicht sehr zufriedenstellend. Da muss ich noch dran arbeiten.
Das ist aber nicht der einzige Adventskalender. Meine Exkollegen haben auch einen bekommen. Allerdings beschränkte er sich aus Zeit- und Kostengründen auf die Arbeitstage. Er enthält aber weniger Videos als der andere. Das wäre dann doch etwas viel gewesen. Besonders da mir die Idee erst Ende November kam.
Was ich bei der ganzen Geschichte auch gemerkt habe: Videos machen macht Spaß. Aber irgendwie käme ich mir dabei auch etwas dämlich vor. Also wenn ich sie online stellen würde. Ob es einen Unterschied macht, Alltagsbla zu schreiben oder zu ... naja ... sprechen kann ich nicht sagen. Wenn ich mir beim Schreiben nicht blöd vorkomme, warum sollte ich das beim Sprechen? Ich würde es zumindest gern mal ausprobieren. Aber nicht unbedingt auf Youtube. Vielleicht mal hier. Weiß ich aber noch nicht. Bin sicher nicht der Typ für ein reines Video-Blog, aber so hin und wieder würde das schon lustig sein. Das Gute ist, dass ich so dermaßen selten schreibe und meine Themen so wenig "massen-ansprechend" sind, dass es sich eh fast nur mein engster Freundes- und Verwandtenkreis anschauen wird. Von daher ist es auch wieder egal. Vielleicht probiere ich es mal. Vielleicht. (Beware!! dun Dun DUN!)
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Dienstag, 10. Dezember 2013
Sonntag, 1. Dezember 2013
Weihnachtsdeko
Dieses Jahr bin ich für meine Verhältnisse ziemlich früh dran mit der Weihnachtsdeko. Habe ein paar alte Sachen raus gekramt aber auch was neues gekauft/gebastelt.
Freitag, 4. Januar 2013
Der Weihnachtsbaum und seine Folgen
Das erste Mal hatten wir nun einen eigenen Weihnachtsbaum. Sehr schön war er gewachsen und sehr schmerzhaft. Es war eine Blautanne. Oder eine Blaufichte?! Zeitweise hatte ich das Gefühl, wir hätten uns einen Weihnachtskaktus zugelegt. Meine Hände sahen nach Transport und Schmückung aus, als hätte ich sie als Nadelkissen verwendet. Aber er konnte sich sehen lassen. Außerdem verdanken wir ihm eine neue Wohnzimmereinrichtung … nein, so schlimm war er nun auch nicht. Durch die nötigen Umräumaktionen, damit er einen schönen Platz kriegt, kamen uns einige Ideen, die in einem Großeinkauf bei IKEA mündeten. Es ist wie eine Seuche. Bis auf Küche, Elektrogeräte, Klavier, Bett, Schreibtischstühle, Sessel und einen Schreibtisch würde unsere Wohnung komplett leer gefegt, wenn man IKEA verschwinden lassen würde.
Eine der neuen Errungenschaften war eine endlich gemütliche Essecke:
Montag, 3. Januar 2011
Freitag, 31. Dezember 2010
Wichteln Teil 1
Dieses Jahr gab es zwei Wichtelpakete. Nr. 1 stelle ich heute vor. Beim Fotografieren des Zweiten sind mir die Akkus der Kamera verreckt. Das kommt aber auch noch. Dieses hier kam vom Bentowichteln und besteht deswegen aus japanischen Köstlichkeiten. Vielen Dank an meine Wichtelmama!
Sonntag, 31. Oktober 2010
Samhain
Ich wünsche euch allen ein schönes Samhain.
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht.
Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Ich bin der Morgentau.
Wenn du aufwachst in des Morgens Stille,
bin ich der flinke Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.
Stehe nicht an meinem Grab und weine
Ich bin nicht dort, ich bin nicht tot.
Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht.
Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Ich bin der Morgentau.
Wenn du aufwachst in des Morgens Stille,
bin ich der flinke Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.
Stehe nicht an meinem Grab und weine
Ich bin nicht dort, ich bin nicht tot.
(frei nach einem Gebet der Hopi Indianer)
von Mukumbura
Montag, 21. Dezember 2009
Donnerstag, 30. April 2009
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Türchen Nr. 24
Bild von angelocesare
Das Lächeln
Pummerer, in morgendlich heiterer Ruh’,
lächelt seinem Nachbarn Mommer zu.
Dieser, durch das Lächeln ebenfalls heiter,
gibt es an den Omnibusfahrer weiter,
der an die Zeitungsverkäuferin, und die
an Dr. Müller-Zinn, Facharzt für Psychiatrie,
dieser an Schwester Elke vom Kinderhort,
diese an die Toilettenfrau - und so fort.
So kommt es schließlich irgendwann
abends gegen sechs Uhr am Schillerplatz an
bei einem im Augenblick traurig-tristen,
durch das Lächeln doch erheiterten Polizisten,
so daß er, als Pummerer den Verkehr blockiert,
den Verstoß nur mit einem Lächeln quittiert.
Otto Heinrich Kühner
Pummerer, in morgendlich heiterer Ruh’,
lächelt seinem Nachbarn Mommer zu.
Dieser, durch das Lächeln ebenfalls heiter,
gibt es an den Omnibusfahrer weiter,
der an die Zeitungsverkäuferin, und die
an Dr. Müller-Zinn, Facharzt für Psychiatrie,
dieser an Schwester Elke vom Kinderhort,
diese an die Toilettenfrau - und so fort.
So kommt es schließlich irgendwann
abends gegen sechs Uhr am Schillerplatz an
bei einem im Augenblick traurig-tristen,
durch das Lächeln doch erheiterten Polizisten,
so daß er, als Pummerer den Verkehr blockiert,
den Verstoß nur mit einem Lächeln quittiert.
Otto Heinrich Kühner
Ich wünsche allen Lesern, die bis hierher durchgehalten haben, ein schönes Weihnachtsfest. All diejenigen, die erst jetzt anfangen haben zu lesen, natürlich auch. Laßt euch reich beschenken, eßt nicht zu viel und genießt die Feiertage.
Dienstag, 23. Dezember 2008
Türchen Nr. 23
Bald bin ich licht, bald bin ich trüb,
bald hart, bald weich, dann bös, dann gut.
Bin Sonn und Vogel, Staub und Wind,
so Mond als Kerze, so Strom wie Glut,
bin arger Geist, bin Engelkind -
Alles, alles ist gut.
Dschelal ed-Din Rumi
bald hart, bald weich, dann bös, dann gut.
Bin Sonn und Vogel, Staub und Wind,
so Mond als Kerze, so Strom wie Glut,
bin arger Geist, bin Engelkind -
Alles, alles ist gut.
Dschelal ed-Din Rumi
Nur noch einen Tag bis Weihnachten. Ich bin ja schon etwas gespannt ... OK, ich lüge. Ich bin sehr gespannt. Aber heute wird erstmal noch gearbeitet. Muß halt auch sein. Wer von euch jetzt noch nicht alle Geschenke hat, dem gratuliere ich zu Nerven aus Stahl.
Montag, 22. Dezember 2008
Türchen Nr. 22
Bild von krisdecurtis
Die Einladung
Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst.
Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du es riskierst, dich zum Narren zu machen, auf der Suche nach Liebe, nach deinem Traum, nach dem Abenteuer deines Lebens.
Ich will wissen, ob du Freude - meine oder deine eigene - aushalten, dich hemmungslos jede Faser deines Körpers von Ekstase erbeben lassen kannst, ohne an Vorsicht und Vernunft zu appelieren oder an die Begrenztheit des Menschseins zu denken.
Es interessiert mich nicht, wen du kennst oder wie du hierher gekommen bist. Ich will wissen, ob du inmitten des Feuers bei mir ausharren wirst, ohne zurückzuweichen.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen heraus trägt, wenn alles andere wegbricht.
Ich will wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst
und ob du den, der dir in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst.
Oriah Mountain Dreamer
Bald ist Weihnachten. Ich freu mich schon sehr drauf. Leider muß ich heute und morgen noch arbeiten, aber die Zeit wird schon irgendwie rum gehen. Außerdem arbeite ich ja zwischen den Feiertagen nicht, was mal eine ganz neue Erfahrung ist. Finde ich sehr großartig.
Sonntag, 21. Dezember 2008
Türchen Nr. 21
Bild von pjvandi
Unwandelbar
O fürchte nicht, wenn dir das Alter
Vom Haupte Blüt' um Blüte bricht,
Daß dann ein Blick, ein trüber, kalter,
Fall' auf dein bleiches Angesicht.
Wohl blässer wird der äuß're Schimmer,
Doch heller wird der inn're Schein;
Drum lieber nur und tiefer immer
Schau' ich ins Auge dir hinein.
Da seh' ich all' die Liebesfülle,
Die reicher ward von Jahr zu Jahr;
Es dringet durch des Alters Hülle
Der Seele Schönheit hell und klar.
Da seh' ich nicht die müden Wangen,
Der Jahre Furchen seh' ich nicht –
Es ist mir strahlend aufgegangen
Dein inn'res Engelsangesicht.
Ludwig Pfau
Ich liebe das Alter. Ich mag alte Menschen unglaublich gerne. Sie haben viel zu erzählen und meist haben sie eine ganz andere Einstellung zum Leben. Diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, ruhten im Augenblick. Sie hatten schon viel mehr gesehen und erlebt als ich und konnten jeder weiteren Minuten mit einer wunderbaren Gelassenheit begegnen.
Samstag, 20. Dezember 2008
Türchen Nr. 20
Das Lied von der Anderwelt
Es gibt einen See in der Anderwelt
drin sind alle Tränen vereint,
die irgend jemand hätt’ weinen sollen
und hat sie nicht geweint.
Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da geh’n die Gelächter um,
die irgend jemand hätt’ lachen sollen
und blieb statt dessen stumm.
Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand’,
Gedanken, die wir hätten denken sollen
und waren’s nicht imtand’.
Und Blumen blüh’n in der Anderwelt,
die sind aus Liebe gemacht,
die wir uns hätten geben sollen
und haben’s nicht vollbracht.
Und kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wir sonnenklar,
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.
Michael Ende
Es gibt einen See in der Anderwelt
drin sind alle Tränen vereint,
die irgend jemand hätt’ weinen sollen
und hat sie nicht geweint.
Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da geh’n die Gelächter um,
die irgend jemand hätt’ lachen sollen
und blieb statt dessen stumm.
Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand’,
Gedanken, die wir hätten denken sollen
und waren’s nicht imtand’.
Und Blumen blüh’n in der Anderwelt,
die sind aus Liebe gemacht,
die wir uns hätten geben sollen
und haben’s nicht vollbracht.
Und kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wir sonnenklar,
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.
Michael Ende
Dieses Foto habe ich recht früh am Morgen an einem kleinen See aufgenommen. Ich liebe es, früh morgens spazieren zu gehen, wenn die Welt noch am Erwachen ist. Es sind noch nicht so viele Menschen unterwegs und alles sieht noch ausgeruht und frisch aus. Der Tag kommt noch, man kann sich noch auf alles freuen. Und es ist sehr angenehm, morgens frische Luft zu kriegen.
Freitag, 19. Dezember 2008
Türchen Nr. 19
Bild von matze_ott
Meer
Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen
Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer
Nur Meer
Erich Fried
Irgendwie könnte ich mal wieder auf Urlaub. Nichts Großes und Spektakuläres. Einfach nur neue Gegenden, Dinge, Menschen kennen lernen. Naja, Bald ist ja Weihnachten. Da mache ich sowas wie Urlaub. Zumindest muß ich nicht arbeiten und die drei eben genannten Kriterien sind weitestgehend erfüllt. Was will man mehr? Meer? Nee, muß nicht unbedingt sein. Wer braucht schon südliche Urlaubsziele, wenn einem auch ganz in der Nähe warm ums Herz werden kann?
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Türchen Nr. 18
Bild von krisdecurtis
carpe diem
steter Tropfen
leert die Schale
die den Saft
des Lebens faßt
schwimm in dem
was noch verweilt
schau nicht jedem
einzeln nach
steter Tropfen
leert die Schale
die den Saft
des Lebens faßt
schwimm in dem
was noch verweilt
schau nicht jedem
einzeln nach
Ein Motto, das ich mir mal wieder zu Herzen nehmen sollte. Aber ich war schon immer besser darin, Dinge bedeutend in den Abend zu tönen, als mich selbst daran zu halten. Aber besser als nix. Das Bild mag ich sehr gerne, auch wenn es hart am Kitsch ist. Aber zur Weihnachtszeit ist Kitsch erlaubt, finde ich. Zumindest solange er nicht überhand nimmt.
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Türchen Nr. 17
Bild von gamsiz
Melodie der Welt
Zart umspielt sie die Gedanken,
bringt alles was real ins Wanken.
Versüßt die bitterherben Stunden,
läßt sie hell und fröhlich munden.
Ihr Klang vibriert in jeder Zelle,
durchfährt den Körper wie die Welle
der wilden ungezähmten Kraft,
die sowohl Tod als Leben schafft.
Doch trägt sie auch mit leichtem Ton,
des Grüblers dunklen Lebenshohn.
In Moll seufzt er sich durch die Nacht,
sie hält an seinem Bette Wacht.
Jedes Korn der Elemente,
nimmt den Rhythmus in sich auf.
Zum Spiele ihrer Instrumente,
tanzt das Leben seinen Lauf.
Einer meiner vielen Versuche, die Musik in Worte zu fassen. Hier handelt es sich aber um die Musik, die einfach da ist. Die in der Luft liegt. Musik kann man nicht mit ein paar Zeilen beschreiben. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Sollte ich das Konzert beschreiben, das ich am Samstag hören durfte, könnte da durchaus ein Roman bei raus kommen. Nein, das versuche ich gar nicht erst. Aber nur so viel: Es war sehr genial.
Dienstag, 16. Dezember 2008
Türchen Nr. 16
Bild von MalNino
Und dann?
Ein Fischer sitzt am Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen Ausfahrt auf den Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein Tourist. Dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das brächte ihm Geld für einen Kutter und einen zweiten Mann ein. Zweimal täglich auf Fang gehen, heiße das Vierfache zu verdienen. Warum er eigentlich herumtrödle. Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer könnte viel besser ausgenutzt werden, ein Stand auf dem Markt, Angestellte, ein Fischrestaurant eine Konservenfabrik - dem Touristen leuchten die Augen.
„Und dann?“ unterbricht ihn der Fischer.
„Dann brauchen sie gar nichts mehr zu tun. Dann können sie den ganzen Tag sitzen und glücklich auf ihr Meer hinausblicken!“
„Aber das tue ich doch jetzt schon“, sagt der Fischer.
Heinrich Böll
Ein Fischer sitzt am Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen Ausfahrt auf den Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein Tourist. Dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das brächte ihm Geld für einen Kutter und einen zweiten Mann ein. Zweimal täglich auf Fang gehen, heiße das Vierfache zu verdienen. Warum er eigentlich herumtrödle. Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer könnte viel besser ausgenutzt werden, ein Stand auf dem Markt, Angestellte, ein Fischrestaurant eine Konservenfabrik - dem Touristen leuchten die Augen.
„Und dann?“ unterbricht ihn der Fischer.
„Dann brauchen sie gar nichts mehr zu tun. Dann können sie den ganzen Tag sitzen und glücklich auf ihr Meer hinausblicken!“
„Aber das tue ich doch jetzt schon“, sagt der Fischer.
Heinrich Böll
Ich finde, an dieser Geschichte ist viel Wahres dran. Die Menschen glauben oft, daß ausschließlich mit viel etwas erreicht werden kann und nicht mit weniger. Hauptsache immer besser, toller, größer. Nein, wie mich diese Mentalität manchmal annervt. Darum mag ich diese Geschichte so gerne. Weil sie einfach mal fragt, warum.
Montag, 15. Dezember 2008
Türchen Nr. 15
Bild von pejmanphotos
Man sollte Kinder lehren,
ohne Netz auf einem Seil zu tanzen,
bei Nacht allein unter freiem Himmel zu schlafen,
in einem Kahn auf das offene Meer hinaus zu fahren.
Man sollte sie lehren,
Luftschlösser statt Eigenheime zu erträumen,
nirgendwo sonst als nur im Leben zu Hause zu sein
und in sich selbst Geborgenheit zu finden.
Hans-Herbert Dreiske
ohne Netz auf einem Seil zu tanzen,
bei Nacht allein unter freiem Himmel zu schlafen,
in einem Kahn auf das offene Meer hinaus zu fahren.
Man sollte sie lehren,
Luftschlösser statt Eigenheime zu erträumen,
nirgendwo sonst als nur im Leben zu Hause zu sein
und in sich selbst Geborgenheit zu finden.
Hans-Herbert Dreiske
Hach, Weihnachtsmärkte. Ich liebe sie! Dieses Jahr sind es aber nur wenige. Die Wochenenden sind einfach so schon zu voll. Aber im Grunde ist das ja auch ganz gut, denn was tue ich auf Weihnachtsmärkten? Ich kaufe Dinge, die ich meist eh nicht brauche, Esse zu süß, zu fettig und zu reichlich und verbrate meist noch ein Heidengeld für die Anfahrt. Ist besser so ... aber schön sind sie trotzdem.
Sonntag, 14. Dezember 2008
Türchen Nr. 14
Bild von Martijn Nijenhuis
Liebe heißt:
aufeinander zugehen,
so weit wie möglich,
einander Raum geben,
so weit wie nötig.
Und Tag für Tag miteinander wachsen,
denn nur wenn wir zusammen wachsen,
können wir auch zusammenwachsen.
Jochen Mariss
so weit wie möglich,
einander Raum geben,
so weit wie nötig.
Und Tag für Tag miteinander wachsen,
denn nur wenn wir zusammen wachsen,
können wir auch zusammenwachsen.
Jochen Mariss
Hat die Mietz nicht herrlich blaue Augen? Katzen sind was tolles. Schade, daß ich von Haus aus mit einer Katzenallergie gesegnet bin. Das ist ziemlich ungerecht, was was soll man machen? Ich mag Katzen einfach, weil sie ihren eigenen Kopf haben. Auch wenn Hunde auch sehr großartig sind, finde ich Katzen einfach wegen ihrer gnadenlosen Individualität und Sturheit sehr beeindruckend.
Samstag, 13. Dezember 2008
Türchen Nr. 13
Bild von alessandro silipo
Wer Schmetterlinge lachen hört
Wer Schmetterlinge lachen hört
Der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondenschein
ungestört von Furcht
die Welt entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will
zum Tier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen,
nur weiß er, was die anderen
und auch er noch lernen müssen.
Wer sich in fremde Ufer spürt
Und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich
ungestört von Furcht
sich selbst entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
Seiner selbst blickt er hinauf.
Den Kampf mit seiner Unterwelt
Nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondenschein
ungestört von Furcht
die Nacht entdecken.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
Novalis
Wer Schmetterlinge lachen hört
Der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondenschein
ungestört von Furcht
die Welt entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will
zum Tier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen,
nur weiß er, was die anderen
und auch er noch lernen müssen.
Wer sich in fremde Ufer spürt
Und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich
ungestört von Furcht
sich selbst entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
Seiner selbst blickt er hinauf.
Den Kampf mit seiner Unterwelt
Nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondenschein
ungestört von Furcht
die Nacht entdecken.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
Novalis
Ein Bild und ein Gedicht für das innere Kind, das bei mir manchmal ganz besonders aktiv ist. Aber ich finde, man muß im Leben oft genug ernst sein. Da kann man sich ruhig mal etwas Verrücktheit und Kindlichkeit gönnen. Das ist wie ein Urlaub. Wie eine kleine Flucht aus dem Alltag, die ich nur jedem empfehlen kann.
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