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Dienstag, 23. August 2011

Weil es zum Wetter passt


 
Als ich heute raus geschaut habe, fiel mir spontan ein sehr schönes Gedicht ein. Ja, es dauert noch etwas bis zum Oktober, aber ich finde es passt schon ganz gut.


Oktoberlied
 Theodor Storm

Der Nebel steigt,  es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz, -
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen´s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen
Der Frühling kommt, der Himmel lacht
Es steht die Welt in Veilchen.
Die blauen Tage brechen an
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund
Genießen, ja genießen!

Samstag, 12. Juni 2010

Gedicht

Eine Macke von mir ist stetiges Grübeln und Nachdenken über alles und jedes. Manchmal sehr nervig. Grund dafür ist u.a., dass ich oft mehr mitkriege. Besonders von anderen Menschen, Geräusche, Gerüche oder einfach Stimmungen. Ich bin eine sogenannte HSP. Ist manchmal eine Bereicherung, manchmal ein Fluch. Je nach Sichtweise und Tagesstimmung. Langer Rede kurzer Sinn: Zumindest hat es mir mal wieder ein Gedicht beschert.


Ein klares vielleicht!

Ist das Blau was ich sehe blau?
Sind die Sinne vielleicht nur Schau?
Tritt mein Fuß auf festen Boden?
War es Kritik, oder wollte er loben?
War diese Geste ein Wink der Wut?
Geht es der Dame dort hinten gut?
Hat er mich gerade so komisch beäugt?
Bin ich von meinem Tun überzeugt?
Hätte ich doch lieber gehen sollen?
Wollt ich im Grunde alles nur wollen?
War an dem Essen alles normal?
Warum schmeckt Leben manchmal so schal?
Ergibt dieses Fragen denn einen Sinn?
Lenkt es nur ab, von dem der ich bin?

Donnerstag, 13. Mai 2010

Gedicht


Ist schon ein paar Monate alt und entstammt einer Ess-Phase. Die habe ich immer wieder. Phasen in denen ich ohne Unterbrechung essen könnte. In denen ich wie eine Süchtige immer wieder was Essbares organisiere, egal wo ich gerade bin.

Oh Culinaria
 
Es ist vertraut und so verlässlich. 
Es lullt mich ein und macht vergesslich.
 Es bringt das Karussell zum Halten
 und lässt die Sinne sich entfalten.
 Es malt die grauen Tage bunt,
 führt man es oft genug zum Mund. 
Die Schwere weicht für Augenblicke, 
wenn ich mich auf die Reise schicke. 
Man kann probieren, kann gestalten,
 ganz im Warmen oder Kalten.
 Es fordert nicht und bleibt loyal, 
doch fehlt es wird das Leben Qual. 
Mir graut es nicht vor langen Zeiten,
 schon ein Moment kann Leid bereiten. 
Gier lässt mich immer wieder suchen, 
sei es Eintopf, Müsli, Kuchen. 
Essen ist’s, was Leere füllt
 und den Lebenshunger stillt?

Montag, 12. Januar 2009

Kalenderdichter die Dritte

Und hier das letzte Gedicht aus dem Kalender. Zumindest von denen, die ich sehr schön fand.

Vive la résistance!

Sag ich schwarz, sagst du weiß.
Sag ich kalt, sagst du heiß.

Sprichst du laut, red ich leise.
Lachst du albern, tu ich weise.

Muß ich raus, willst du rein.
Willst du nicht, muß es sein.

Sagt der eine einen Ton,
hat der andere zwei davon.

Ohne Widerstand kein Halt.
Widersprecher werden alt.

Denn zumindest hier am Ort,
hätt' man gern das letzte Wort.


Sonntag, 11. Januar 2009

Kalenderdichter die Zweite

Wie geht's?

Sähst du gerade
mein Gesicht,
wolltest du
die Antwort nicht.

Heute so
und morgen so.
Halb o.k. und
halb k.o.

Wolke sieben,
oder drüber.
Für dich bleibt
kein Glück mehr über.

Ehrlich, eigentlich
nicht schlecht.
Was sich sicher
gleich noch rächt.

Wenn ich's mal
präzise sage:
Heut ist einer
dieser Tage...

Sorry -
nicht am Telefon!
Ohne Anwalt
keinen Ton!

Fragst du mich
schon 1000 Jahre!
Ich verlier
noch immer Haare!

Was geht's dich an,
wie's mir geht?
Freu dich,
daß dein Haus noch steht!

Wenn ich dich
so vor mir seh,
tut mir selber
nichts mehr weh.

Frage ich mich
selber nie.
Geht halt immer
irgendwie.

Als ob dich das
interessiert!
Ich hab's heut
noch nicht probiert.

Rase auf
den Abgrund zu.
Hoff da unten
wartest du.

Prozentual war's schon
mal schlimmer.
Mit Promille
geht's wie immer.

Bin gesund
an Leib und Seele.
Weiß nur nicht,
wen ich gleich quäle...

Donnerstag, 8. Januar 2009

Kalenderdichter

Bei einer Kollegin im Zimmer hängt ein sehr schöner Kalender von der LBS. Die Bilder sind zwar nicht alle mein Geschmack, dafür aber die Gedichte um so mehr. Drei davon möchte ich gerne mit euch teilen, sofern ihr den Kalender nicht selber irgendwo rumhängen habt. Bei dem Thema fällt mir ein, daß ich ja auch noch einen kleinen für meine Pinnwand bräuchte. Naja, nicht daß ich ihn wirklich brauche, aber da fehlt irgendwie was.

Also hier das erste Gedicht:

Hader nicht,
hoffe nicht.
Halte dich
im Gleichgewicht!
Werde groß,
bleibe klein.
Laß die Welt
in dich hinein!

Lerne dich,
kenne dich.
Anders als du
bist du nicht!
Du bist heute,
du bist morgen.
Für die beiden
mußt du sorgen!

Mach dir keinen
Tag zur Pflicht.
Warte, bis er
zu dir spricht!
Dann dreh mit ihm
deine Runden.
Und behalt
die guten Stunden.

Ein wenig altklug kommt das Gedicht schon daher, aber ich finde es trotzdem nicht schlecht. Gedichte und Aphorismen dürfen altklug sein.