Donnerstag, 26. August 2010

Ich will wieder Berge sehen, Gandalf. Berge!

So, melde mich verspätet zurück aus dem wunderschönen Vorarlberg, wo wir mit ein paar Durchgeknallten gewandert, gegessen, gepoit, geschwitzt und gelacht haben. Alca (ein Einheimischer) lud zum gemeinsamen Wandern ein und wer kann da nein sagen? Am Donnerstag nach 7 Stunden Zugfahrt wurden wir in Oberstaufen am Bahnhof aufgegabelt und in die Schweiz zum Lebensmittel-Shoppen gekarrt. Heieiei, man gut, dass ich nicht nah an der Grenze wohne. Das würde mich arm machen. Und dick. Die Schweizer wissen zu essen ... die Österreicher aber ebenso. Danach ging es nach Bregenz, wo wir dann lecker Abendbrot aßen. Besonders der Nachtisch, oder besser die Nachtische sollten erwähnt werden. Nougatknödel ... oder so ähnlich. Also zumindest Knödel mit Nougat gefüllt. Mjam. Und danach bei Fui (einer weiteren Einheimischen) Death-by-Chocolate-Kuchen. Ein großes Stück fing bei 2 cm Durchmesser an, denn wer mehr davon schaffte, durfte sich offiziell verfressen nennen. Dann ging es zurück in dieses wunderbare, schnuckelige, große (vorarlbergische?)Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, wo wir nächtigten. Hach. Der Boden knarzte, die Decken waren niedrig, es ging ein Krokodil an der Wand und es hatte Fensterläden.

Der Freitag ging recht spät los und wir fuhren in Richtung des ersten Berges. Er fing steil an und führte zunächst über einige Kuhweiden. Ich musste mich erst einlaufen und röchelte noch vor mich hin.



Oben angekommen (ich hatte die Gesichtsfarbe eines gesunden Streichholzkopfes) ging es auf dem Grad weiter. Eine herrliche Kletterei. Genau das Richtige für Unsereiner, auch wenn ich zunächst etwas Bammel hatte.




Leider hatte es viel geregnet und als der Grad von Felsen in Erde überging und der Abstieg begann, war es eine Schlammrutsche erster Güte. Ich krabbelte teilweise auf alle Vieren weiter und schleppte gefühlte 5 Kilo Dreck an jedem Schuh mit. Als wir wieder asphaltierte Straßen erreichten, ging es weiter zu einer Hütte, in der Käseknöpfle in Aussicht standen (ich brauchte mehrere Anläufe, um mir den Namen des Gerichts zu merken und nicht blasphemisch Käsespätzle zu sagen). Meine Füße schmerzten und meine Knie hatten sich in Pudding verwandelt, aber Essen ist ein guter Motivator. Besonders da es schon Nachmittag war und das Frühstück lange zurück lag (Eigentlich sollte die ganze Geschichte ja auch nur 2-3 Stunden dauern, nicht wahr?). Das Essen war köstlich. Ich habe etwa 1/3 der Portion geschafft. Vorher gab es noch einen göttlichen Kartoffelsalat. Der Wirt, welcher über Umwege mit Alca verwandt war, setzte sich kurz zu uns und schien uns mit einer Mischung zwischen Skepsis und Belustigung wie eine Horde exotischer Tiere im Zoo zu begutachten. Auf dem Weg zum Auto türmten sich die Gewitterwolken auf. Nirgends habe ich bisher so geniale und beeindruckende Wolkenberge gesehen, wie in den Alpen. Hach. Wir warteten abends noch auf einige Ankommer und hatten unterdessen viel Spaß mit einem Buch über Namenstage und die entsprechenden Heiligen. Ich sach nur "die heilige Katharina ging auf Wahlfang".

Am Samstag hatte ich überraschenderweise keinen Muskelkater. Dieses Mal fuhren wir mit der Seilbahn auf halbe Höhe. Zum Glück. Der Aufstieg wurde zunächst von mit Kuhmist durchzogenen Schlamm erschwert und dann durch einen steilen Aufstieg in praller Sonne.


Auf dem Grad fiel der Großteil der Gruppe tot ins Gras, währen 3 Motivierte bis zum Gipfel weiter wollten. Einer kehrte nach 1/3 um, was ich ihm nicht verdenken konnte. Die anderen beiden rannten fröhlich ein Mal rauf und wieder runter (der Organisator und mein Freund. Beeindruckend.). Der Abstieg war anstrengend aber nicht annähernd so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Irgendwie war ich aber fertiger als am Tag zuvor. Die Sonne schafft einen schon ganz schön.



Abends aßen wir in einer Wirtschaft in der Nähe. Das Essen war genial. Schade, dass wir uns da nie wieder sehen lassen können. Erschöpfung und Schlafmangel bewirkten ein Übermaß an Peinlichkeit. Entzückend! Danach klang der Tag bei Weißwein und Leuchtpoi-Spielen aus.

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Ich fiel tot ins Bett, schlief aber eher bescheiden, was meine Laune am Abreisetag nicht gerade steigerte. Die Rückfahrt kam mir doppelt so lang und doppelt so ätzend vor, wie die Hinfahrt. Die Aussicht auf Flachland, Stadt und Arbeitswoche gab mir dann den Rest und ich hing schlecht gelaunt im Sitz.

Schräg neben uns saß übrigens Ross von Van Canto. Naja, der muss halt auch irgendwie nach Hause kommen.

Insgesamt ein geniales, wiederholungswürdiges Wochenende!

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