Memoiren eines unbekannten Kleingeistes
Freitag, 11. Mai 2012
Kinostöckchen
Ein Stöckchen, zu dem ich zwar nicht aufgefordert wurde, dass ich aber als Zeitvertreib ganz schön fand. Gefunden hier.
Gehst Du (noch) ins Kino, oder hat ihm das Heimkino mit allen seinen Vor- und Nachteilen da inzwischen den Rang abgelaufen?
Eigentlich gehe ich sehr gerne ins Kino. Es hat da nur zwei kleine Probleme. Die Preise und die Menschen. Da ich selten Programmkinos beehre, sondern meist die Mainstream-Filme im CineWasauchimmer schaue, ist man da schon mal schnell pro Person 14 Euro los, was ich für häufigere Besuche dann doch etwas happig finde.Ich brauch 3D nicht unbedingt. Ich würd es auch ohne nehmen, aber die Option gibt es ja leider meist nicht. Ja, punkt Zwei. Menschen. Ich mag Menschen. Eigentlich. Aber ich habe es ganz gerne, wenn ich mir die Menschen, die länger als 10 Minuten in meinen 1 m-Wohlfühl-Radius eindringen, aussuchen kann. Dumme Kommentare zum Filmgeschehen von hinten rechts, beißender Zwiebelgeruch von links, Popcornschlacht vorne links und ein guinnesbuchverdächtiger Hühne vor mir sind nur einige der Dinge, die ich ganz gerne vermieden hätte. Aber trotz eines großen Fernsehers in der heimischen Stube finde ich das Flair des Kinos und die große Leinwand einfach noch was anderes. Daher werde ich die beiden Punkte in Kauf nehmen und doch immer mal wieder hin gehen.
Hollywood? Bollywood? Western oder Drama, finnisches Problemstück oder deutsche Komödie – gibt es Genres die Dich garantiert ins Kino ziehen oder garantiert abhalten?
Hm, eigentlich nicht. Tendenziell bin ich aber jemand, der lieber nette, unterhaltsame Filme im Kino schaut, und keine dramatischen, lehrreichen, schweren, sozialkritischen, pädagogisch wertvollen. Wenn ich ins Kino gehe, möchte ich abschalten. Ich möchte den Alltag und die Sorgen ablegen und eintauchen in eine andere Welt. Und wenn diese Welt sich auch wieder um die Probleme dreht, vor denen ich entfliehen will, wäre das kontraproduktiv. Damit ich jetzt nicht missverstanden werde, ich gucke auch etwas schwerwiegendere Filme, auf die die genannten Eigenschaften zutreffen, aber dann meist zu Hause und wenn ich dafür in Stimmung bin.
Western mag ich nicht so, gucke ich aber wegen der Musik immer gerne. Bollywood mag ich immer mal wieder sehr gerne. Hollywood schaue ich, wenn es nicht allzu schwachsinnig ist. Finnische Problemstücke kenne ich glaub ich gar keine. Deutsche Komödien hin und wieder, aber tendenziell finde ich sie nicht so toll.
»Sex and the City, der Film« – wie stehst Du dazu, wenn erfolgreiche Fernsehserien den Sprung ins Kino wagen – und gibt es eine Serie, die Du gerne dort sehen würdest?
Gut, der Genannte geht für mich erst mal gar nicht. Aber das ist ja Geschmackssache. Generell finde ich es völlig in Ordnung, aus Serien auch mal nen Kinofilm zu basteln. Ich wäre ja für Sherlock, aber in der Richtung gibt es schon zu viel.
Harry Potter der siebte, James Bond der achtunddrölfzigste – bist Du ein Kino-Serien-Gänger?
Durchaus. Obwohl es mir bei Harry irgendwann zu viel wurde. Aber generell habe ich nix gegen Mehrteiler. James Bond mag ich sehr gerne. Herr der Ringe habe ich ebenfalls nicht verpasst. Serenity war natürlich auch toll.
Und zum Schluss: Schon mal im Kino gewesen, nur um zu knutschen?
Nö. Ich zahle doch nicht viel Geld für nen Film, um ihn dann nicht zu gucken! Knutschen kann ich auch woanders. Es hat sich aber auch noch nie die Gelegenheit geboten, von daher kann ich da nicht viel zu sagen.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Ausgrabungen
Der Mensch war mal Jäger und Sammler. Ganz hat er diese Geschichte noch nicht abgelegt, denn bei einigen Exemplaren zeigen sich die alten Wurzeln noch recht deutlich. Gestern hatte ich das Vergnügen, 2 ½ Stunden im Domizil eines pensionierten Professors zu verbringen. Er hatte extra vorher aufgeräumt, um geeignete Sitzmöbel freizulegen. „Aufräumen“ meint in diesem Falle, dass er die Berge an Ordnern, Blättern, Videos, DVDs, Zeitschriften, Büchern und Fossilien von den Stühlen in Richtung Boden verlagert hatte (alle anderen Oberflächen waren leider schon belegt). Ich habe schon viele Sammelwütige gesehen, aber dieses Haus war wirklich beeindruckend. Generell würde ich ja sagen, dass mir das herzlich egal ist, aber dieser Herr sammelt auch durchaus für die Nachwelt hochinteressante Dinge. Digital. Das geleistete Maß an Aufklärungsarbeit war enorm, doch er zeigte sich einsichtig. Eine externe Festplatte, die nonstop am Rechner hängt, ist bei Blitzschlag, Viren oder einem Hausbrand eben nur eingeschränkt sinnvoll. Nun kann ich zumindest sagen, dass ich alles getan habe, um wichtiges Kulturgut für die Nachwelt zu sichern. Alles Weitere liegt nicht mehr in meiner Hand. Irgendwie bekam ich aber danach den unerklärlichen Drang aufzuräumen und Dinge wegzuschmeißen. Und ich dachte noch nach dem Umzug, dass ich viel Zeug hätte. Alles nur Kinderkram.
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